Dr. Marco Volmer & Dr. Holger Nüllmann

Arzt

Praxis „Mundraum“ – die Stadt Hameln hat
Dr. Marco Volmer und Dr. Holger Nüllmann einfach überzeugt



Die ersten LUXXter 2017: Dr. Marco Volmer und Dr. Holger Nüllmann


Anfang Februar 2017 hat die LUXX-Jury aus den vielen Bewerbungen die vier überzeugendsten auswählen. Von März bis Juni stellen wir die vier LUXXter hier und in der iNPUT! vor. Den Anfang macht die Praxis „Mundraum“ aus Hameln. Im Zuge ihrer Neugründung fanden Dr. Marco Volmer und Dr. Holger Nüllmann in der Rattenfänger-Stadt vor einem Jahr beruflich und auch privat eine neue Heimat.

Herr Dr. Volmer, Sie haben vor Ihrer Neugründung in Osnabrück gelebt und in Ostwestfalen gearbeitet. Ihr Kollege Dr. Nüllmann in Bochum. Wie kamen Sie ausgerechnet auf Hameln als Standort für Ihre Praxis?
Ich hatte in Osnabrück und Ostwestfalen keine allzu festen Wurzeln geschlagen. Und so hatten wir uns im Vorfeld der Gründung Praxisräume mit unserem Wirtschaftsberater Dirk Schulz in verschiedenen Regionen angesehen. Es waren dann die Stadt selbst und ihre Einwohner, die schließlich auch Holger zum Umzug bewogen haben. Wir waren vor der Vertragsunterzeichnung zweimal vor Ort – und jeweils sehr angetan davon, dass in Hameln offenbar nur ungewöhnlich freundliche und zuvorkommende Menschen leben (lacht).

Es dürften aber doch wohl kaum allein die netten Menschen gewesen sein, die den Ausschlag für den Standort gaben …
Nein, natürlich nicht. Hinzu kam, dass uns die Lage der Praxis in der Stadt sehr verlockend erschien: Sie liegt in direkter Nähe zum Rathaus, zudem findet quasi vor der Tür regelmäßig ein Wochenmarkt statt – beides aus unserer Sicht Garanten für ausreichend Laufkundschaft. Außerdem fiel mir bei der zweiten Besichtigung auf, dass neben der Praxis eine Laborfläche zum Verkauf stand. Im Gespräch mit einem Bauexperten wurde klar, dass man die alte Praxis mit dem Laborteil würde verbinden können.


Grün sorgt für Ruhe, es harmonisiert und steht für Sicherheit  und Hoffnung


Wer hat Ihnen bei der Umsetzung Ihrer Pläne geholfen?

Zunächst einmal gab es natürlich externe Berater – vom Architekturbüro über unseren Wirtschaftsfachmann Dirk Schulz bis hin zu Marketing-Spezialisten. Aber auch unsere Partnerinnen und Familien haben uns die ganze Zeit über fantastisch unterstützt. Am Ende hat meine Mutter die Inneneinrichtung übernommen. Das Resultat kann sich wirklich sehen lassen.

Wie lange hat der Umbau der Praxisräume gedauert? Gab es in der umfangreichen Baumaßnahme mal einen Moment, in dem Sie am Erfolg des Projekts gezweifelt haben?
Rund zweieinhalb Monate – und über das, was in dieser Phase auf der Baustelle alles passiert ist, könnte man ein ganzes Buch schreiben. Besonders heftig war aber ein „schwarzer Montag“: Holgers Vater feierte an diesem Tag einen runden Geburtstag, und mein Kollege hatte deshalb frei. Plötzlich trafen ab früh morgens fast im Minutentakt eine ganze Reihe verstörender E-Mails ein – von unserer Architektin, der Hausverwaltung, einem Rechtsanwalt … und alle kommunizierten irgendwie aneinander vorbei. Durch verschiedenste Missverständnisse war plötzlich von Baustopp die Rede – absoluter Horror! Es kam sogar zu einer handfesten Auseinandersetzung auf der Baustelle. Am Abend waren meine Kraftreserven aufgebraucht. Nachdem Holger zurück war, haben wir bis tief in die Nacht Krisenrat abgehalten. Da wir seinerzeit nur von unseren Ersparnissen leben konnten, wäre der angedrohte, vierwöchige Baustopp für uns der wirtschaftliche Genickbruch gewesen. Zum Glück blieb es bei vier Tagen, und die Praxis-Eröffnung verzögerte sich am Ende „nur“ um vier Wochen.
Trotz dieser zwischenzeitlichen Rückschläge – die bei so einem Projekt ja keineswegs ungewöhnlich sind – zählt für uns aus heutiger Sicht nur eins: Wir haben alles richtig gemacht und sind uns treu geblieben.


Der Praxisname fällt einfach auf …


Sie konnten die Patienten von Ihrem Vorgänger übernehmen. Wie haben diese reagiert, als Sie mit einem Monat Verspätung wieder eröffneten?
Das war tatsächlich nicht ganz einfach zu vermitteln, zumal unser Vorgänger als er in den Ruhestand ging, die Übergabe im Vorfeld nicht wirklich kommuniziert hatte. Doch letztlich konnten wir das mit einer ausgeklügelten Marketing- und Anzeigenkampagne auffangen. Vor allem unser Internet-Auftritt kommt sehr gut an.

Vom 1. bis zum 31. Juli 2017 wird der LUXX des Jahres in einem Online-Voting hier auf www.luxxaward.de gewählt.
Freunde, Bekannte, Patienten und Kollegen
können dann für „ihren“ LUXXter voten.


Inwiefern?

Wir präsentieren dort nicht nur unser Leistungsangebot, sondern geben auch das ein oder andere Detail aus unserem Privatleben preis – zum Beispiel, dass sowohl Dr. Nüllmann wie auch ich jeweils begeisterte Bass-Gitarristen sind. Es geht uns darum, uns authentisch zu zeigen. Wir entsprechen beide ganz einfach nicht dem Klischee vom Zahnarzt, der in seiner Freizeit bevorzugt auf dem Golfplatz steht und schnelle Autos fährt. Das wissen die Patienten offensichtlich zu schätzen.

Auch der Name Ihrer Praxis, „Mundraum Hameln“, ist eher ungewöhnlich …
Das stimmt. Er hat zu Beginn auch durchaus für Irritationen gesorgt. Denn sobald wir uns am Telefon mit „Mundraum“ meldeten, haben vor allem ältere Patienten zunächst „Mundraub“ verstanden (lacht). Inzwischen ist das aber kein Thema mehr. Im Gegenteil: Mittlerweile rennen uns die Patienten dermaßen die Bude ein, dass es sogar zu einem erheblichen Terminstau kommt. Die Wartezeit bei uns beträgt zurzeit rund vier Monate.


Das Team der Praxis „Mundraum“


Wie gehen Sie mit diesem Andrang um?

Mein Kollege und ich sind notgedrungen dazu übergegangen, unsere Freizeit anzuzapfen, um den Terminstau zumindest halbwegs in den Griff zu bekommen. Das heißt: Wir vereinbaren auch schon mal Termine am Samstag oder an einem eigentlich freien halben Tag. Damit uns der Erfolg nicht auf Dauer auffrisst, starten bei uns ab April noch ein Assistenzzahnarzt sowie stundenweise eine weitere Kollegin mit chirurgischem Schwerpunkt.

Hatten Dr. Nüllmann und Sie eigentlich die Befürchtung, Ihre langjährige Freundschaft könne darunter leiden, dass Sie plötzlich täglich miteinander arbeiten müssen?
Dieses Thema hatten wir im Vorfeld in der Tat diskutiert. Aber da wir uns bereits seit Beginn unseres gemeinsamen Studiums kennen, ist jeder inzwischen mit den Schwächen des anderen ausreichend vertraut. Darum waren wir sehr optimistisch, dass die Neugründung für unsere Freundschaft nicht wirklich ein Risiko sein würde. Als es dann aber mit der Arbeit und dem Stress richtig losging, haben wir plötzlich gemerkt, dass sich die Beziehung zueinander doch deutlich verändert: Man redet fast nur über die Arbeit und kaum noch über Privates.

Neben den Praxisräumen haben Sie vom Vorgänger auch das Praxis-Team übernommen …
Ja, das war Bestandteil des Vertrags. Hier haben wir die Katze im Sack gekauft. Denn es gab vorab nicht wirklich Gelegenheit, die einzelnen Mitarbeiter genauer kennenzulernen. Umso positiver waren wir dann von der tollen Team-Chemie überrascht, die von Beginn an herrschte – zumal das ja auch die Patienten spüren. Wir haben in dieser Hinsicht richtig Glück gehabt. Ganz toll war es übrigens auch, dass wir beide tatsächlich als Chefs wahrgenommen werden: Alles, was wir sagen, wird auch gemacht (lacht).


Warten kann auch Spaß machen | Fotos: Volmer/Nüllmann


Wenn Sie Kollegen, die selbst mit einer Praxis-Gründung liebäugeln, einen Rat geben sollten – welcher wäre das?

Bei aller Dankbarkeit gegenüber externen Beratern, ohne die sich so eine Neugründung kaum bewerkstelligen lässt, sollte man im Zweifel doch immer auf sich und das eigene Bauchgefühl vertrauen und die wirklich wichtigen Entscheidungen selbst fällen. Beim Umbau haben wir uns wohl das ein oder andere Mal zu sehr auf den Rat eines Externen verlassen. Heute wissen wir, dass das nicht immer das Beste war. Und genehmigt Euch vor der heißen Umbau- oder Renovierungsphase unbedingt einen ausgiebigen Urlaub! Zwischen Umbau und Praxis-Eröffnung schafft man das nicht mehr.

Worauf sind Sie nach einem Jahr Selbständigkeit besonders stolz?
Auf die unfassbare Menge Schokolade und Kekse, die wir zu Weihnachten von den Patienten geschenkt bekommen haben – mehr kann man sich als Zahnarzt wohl kaum wünschen.